Hopfensperger-Aphorismen
Hopfensperger-Aphorismen

Kategorien und Merkmale

Lebensweisheiten und Belehrungen vorbei?Ich habe meine eigenen Aphorismen einer kategorisierenden Gliederung unterworfen:

 

Kategorien

 

Dabei unterscheide ich nach "Zweck" und nach "Mittel".

 

Was soll mit dem Aphorismus bewirkt werden (Zweck)? 

 

  • Lebensweisheit / Lebenshilfe bieten, lehren / belehren
  • Kommentierender Aphorismus (begleitend zu einem Sachverhalt)
  • Paradoxie / Wortspiel

 

Welcher Mittel bediene ich mich dabei? 

 

  • Sinn(-spruch)-Aphorismus

    Ist der Sinn(-spruch)-Aphorismus noch zeitgemäß oder sind die Zeiten der Lebensweisheiten und Belehrungen vorbei?
    Ich meine, dass auch heute noch Platz für den klassischen Sinn(-spruch)-Aphorismus besteht. Wir sehnen uns nach Lebensweisheiten, nach Ratschlägen, nach Anleitungen.
    Die Bestseller-Verkaufsfzahlen sogenannter "Ratgeberliteratur" sprechen dabei für sich. Wenn wir auch aktuelle, zeitgenössische Aphorismen hierzu geboten bekommen, erleichtert es uns die Rezeption von Lebensratgebern, weil "in der Kürze bekanntlich die Würze liegt" und weil ein Sinn (-spruch)-Aphorismus uns die Quintessenz vieler Seiten voller Lebensweisheiten bietet.
     
  •  Bild-Aphorismus

    Der Bild-Aphorismus arbeitet mit Metaphern und Allegorien. Das Bild soll uns das anschaulich machen, was durch reine Worte verwaschen würde (auch das ist bereits eine Metapher).
    
  • (Wort-)Witz-Aphorismus

    Gerade in der heutigen Zeit gibt es jede Menge hervorragende Aphoristiker und Aphoristikerinnen, die sich auf den geistvollen Wortwitz verstehen. Damit können Paradoxien aufgezeigt, oder aber einfach nur Geistvolles gekonnt auf die Spitze gebracht werden.
     

Oder das Ganze nochmal deutlicher in einer Übersicht:

 

 

 

 

Welche Form des Aphorismus gewählt wird, hängt also sehr von dem Zweck ab, der mit diesem Aphorismus erfüllt werden soll. Was möchte ich beim Leser erreichen? Soll ich auf den ersten Blick verstanden werden? Oder möchte ich dem Leser eine gehörige (Kopf-)Nuss zu knacken geben? Möchte ich den Leser belehren (das sei hier nicht abwertend gemeint) oder möchte ich einfach einen Sachverhalt treffend mit möglichst nur einem Satz kommentieren?

 

Belehren kann man durch Bilder, durch Sinnsprüche sowieso oder aber einfach nur durch einen gekonnten Witz. Auch der Witz kann außerordentlich lehrreich sein. Manchmal gehen Bilder und Sinn zusammen oder aber alle drei Mittel vereinigen sich in einem einzigen Aphorismus. Hierbei gibt es kein "Entweder-Oder". Auch der Maler malt nicht rot streng abgegrenzt von grün. Er kann auch mischen. Aphoristiker können und tun dies ebenfalls.

 

Möchte ich meinen Kommentar zu etwas, das mich persönlich bewegt hat, abgeben, so bediene ich mich vieler Bilder oder ich lege Wert auf den tieferen Sinn. 

 

Paradoxien können in einem Bilde liegen, vor allem aber im Wortwitz. Das Spiel mit der Bedeutung, Doppeldeutigkeiten, Verdrehungen, alles das ist dazu geeignet, den Leser zu verwirren und ihn nachdenklich zu machen. Entweder geraten wir beim Entwirren und Betrachten von allen Seiten in ein unauflösliches Dilemma (Paradoxon), oder wir entschlüsseln das Rätsel mit einem erleuchtenden Gedankenblitz.

 

Aphoristisches Statement (Sentenz)

 

Eine weitere Kategorie, die hier von den bisherigen abweicht, möchte ich speziell noch für mich einführen:

 

Es gibt Aphorismen, die nicht in einem einzigen Satz alles enthalten, was gesagt werden soll. Das betrifft häufig die kommentierenden Aphorismen. Wenn es mir nicht gelingt, in nur einem Satz alles auszusagen, und wenn ich dafür einen zweiten Satz benötige, dann verstoße ich gegen das Merkmal "Kürze". In diesem Fall möchte ich nicht mehr von einem Aphorismus sprechen. Doch wie nenne ich das? Für einen Essay ist es zu kurz, für einen Aphorismus zu lang.

 

In der Literatur spricht man - falls eine zugespitzte Pointe im Aphorismus fehlt - von einer Sentenz. Ich bezeichne dies auch gerne einmal als "aphoristisches Statement", da ich damit in aphoristischer Kurzform ein Statement zu irgend einem Sachverhalt abgebe, ohne dass die für Aphorismen typische Pointe dabei vorhanden ist.

 

Merkmale

 

  1. Topfavorit: Kürze

    Der Aphorismus muss kurz sein. In einem Satz muss möglichst alles enthalten sein. Die Tendenz geht gar hin zum Einwort-Aphorismus: Ein Wort wird quasi wie eine nicht ausgesprochene Frage vorgegeben und ein anderes Wort gibt etwas dazu, das wir nicht als Antwort bezeichnen können, wohl aber als geistreiche Assoziation.
     
  2. Sinn/Aussage

    Ein Aphorismus muss etwas aussagen. Ein kurzer Satz ohne eine Aussage, ohne einen Sinn darin, bleibt ein platter Slogan.
     
  3. Zuordbarkeit

    Der Aphorismus unterscheidet sich von einem Sprichwort hauptsächlich dadurch, dass letzteres keinem bestimmten Autor, sondern meist nur dem sog. "Volksmund" zugeordnet wird. Der Aphorismus hingegen muss auf seine Autoren zurückgeführt werden können. In der Regel werden Aphorismen dadurch identifiziert, dass ihre Autoren dazuz benannt werden. In manchen Fällen kann es sogar so sein, dass man lediglich am Schreibstil den Autor herauslesen kann, weil der Aphorismus in einer speziell für ihn typischen Sprache verfasst ist. Andere Autoren schreiben mit vielfältigen Stilen. Diese werden durch eindeutige Zuordnung identifiziert.

 

Auf diese drei Merkmale beschränke ich zunächst den Aphorismus. Man könnte noch das Kriterium des "Philosophischen" hinzufügen, doch möchte ich es bei den drei aufgezählten Kriterien bewenden lassen.

 

Zu beachten hierbei ist, dass nicht ein Kriterium alleine für die Identifikation des Geschriebenen als Aphorismus ausreicht, sondern dass alle drei Merkmale zusammen auftreten müssen, damit man von einem Aphorismus sprechen kann.

Zuletzt aktualisiert am: 30.10.2015

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